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Begegnungen im Puschlav

Geschrieben von Andreas Staeger am .

thumb Azienda Zanetti

Dem Licht des Südens und einigen interessanten Menschen begegneten wir auf einer Recherche-Tour im Puschlav. So zeigte mir Wanderleiter und Bergführer Romeo Lardi das wunderschöne und kaum bekannte Val dal Saent. Lardi lebt in Le Prese im Talboden und berichtete wiederholt von einem Lago di Le Prese. Als er meinen verständnislosen Blick bemerkte, ergänzte er, auf den Landeskarten heisse das Gewässer fälschlicherweise Lago di Poschiavo. Ein wahrer Lokalpatriot! Zu Le Prese gehört auch der Weiler Canton, ...

... den zur Vegetationszeit ausgedehnte Blumen- und Kräuterbestände umgeben. Im gesamten Puschlav ist der Anteil an Bio-Produktion so hoch wie nirgends sonst in der Schweiz; neun von zehn Bauern verzichten auf chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel. Auch die Kräuterfelder rund um Le Prese werden nach biologischen Methoden bewirtschaftet. Zwei Familien produzieren hier Teekräuter.

Während der grössere Betrieb - die Firma Raselli - einen hohen Mechanisierungsgrad aufweist und für Aussaat, Pflege und Ernte mit Traktoren arbeitet, kommt in der kleineren Azienda Bio Al Canton vorwiegend Handarbeit zum Einsatz. Der Familienbetrieb wird von Claudia Lazzarini und Elmo Zanetti geführt und verfügt neben dem Kräuteranbau noch über ein zweites Standbein: Der Hof ist der einzige Ort in der Schweiz, an dem in grösserem Stil Berber-Pferde gezüchtet werden. Rund 40 Tiere stehen im Stall, den Sommer verbringen die meisten von ihnen auf einer der umliegenden Alpen.

«Wir machen hier eigentlich nur sinnlos schöne Dinge», lacht die Hausherrin, die früher als Verfassungsrechtlerin tätig war. Denn weder von den Pferden noch von den Kräutern könne man satt werden. Doch immerhin bieten die Kräuterfelder den vorbeiziehenden Wanderern zur Blütezeit einen wunderschönen Anblick.

Die neu entdeckten Wanderungen:
Val da Camp
Val dal Saent
Alp Grüm
Ebenfalls lohnend: Bergwanderung nach San Romerio; Talwanderung San Carlo – Miralago